Inklusion

Basiswissen Inklusion und Sonderpädagogik

Bild: Projekt BAS!S (Logo)

An der FAU soll für die Lehrer*innenbildung ein weiter Inklusionsbegriff berücksichtigt werden, der alle Heterogenitätsdimensionen bzw. Differenzlinien (z.B. Geschlecht, Alter, Sprache, sexuelle Identität, soziale und ethnische Herkunft etc.) einbezieht.

 

Die bayernweite Initiative „Basiswissen Inklusion und Sonderpädagogik“ – finanziert durch das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus – wurde 2017 ins Leben gerufen. Dem Projekt BAS!S liegt ein enger Begriff von Inklusion mit dem Fokus auf Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf zugrunde. Ziel ist es, Studierende der Regelschullehrämter für zentrale Themen und Begriffe von Inklusion und Sonderpädagogik zu sensibilisieren und entsprechende Werthaltungen aufzubauen.

 

 

Ankündigung:
Online-Ringveranstaltung im WS 21/22

 

     

Video zum Projekt “BAS!S”

 

 

 

Aktuelle Informationen und Materialien

 

 

UN-Konvention

Mit der Unterzeichnung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung im Jahr 2009 hat sich Deutschland völkerrechtlich verbindlich selbstverpflichtet, ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen zu schaffen (Art. 24, Abs. 1, UN-BRK). Die UN-BRK enthält in Abs. (4) des Art. 24 den Hinweis auf die Einstellung und Schulung von Lehrkräften, weiteren Fachkräften und Mitarbeiter*innen für ein inklusives Bildungssystem.

Art. 24 (4)

„Um zur Verwirklichung dieses Rechts beizutragen, treffen die Vertragsstaaten geeignete Maßnahmen zur Einstellung von Lehrkräften, (…) und zur Schulung von Fachkräften sowie Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen auf allen Ebenen des Bildungswesens. …“

 

UNESCO-Guidelines und KMK-Empfehlungen

Die Notwendigkeit einer Neukonzipierung der Lehrer*innenausbildung wird in den UNESCO-Leitlinien für die Politik aus dem Jahre 2010 gefordert. Ziel ist es, den Lehrkräften die notwendigen pädagogischen Kompetenzen für den Umgang mit Vielfalt im Klassenzimmer zu vermitteln.

Im Jahre 2015 veröffentlichte die Kultusministerkonferenz in der Empfehlung „Lehrerbildung für eine Schule der Vielfalt“ Impulse und Orientierungshilfen. Zentral ist hier u.a. die Vermittlung von „allgemeinpädagogischen und sonderpädagogischen Basiskompetenzen für den professionellen Umgang mit Vielfalt in der Schule“.

 

Rechtliche Grundlagen in Bayern

Art. 2 Abs. 2 des Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes (BayEUG) vom 20.07.2011 fordert:

„Inklusiver Unterricht ist Aufgabe aller Schulen.“

Um dieser Aufgabe gerecht zu werden ist es erforderlich, dass zukünftige Lehrkräfte grundlegendes Wissen über Inklusion und Sonderpädagogik, Kompetenzen im Umgang mit heterogenen Lerngruppen und passende Werthaltungen bzw. Einstellungen erwerben. Das Thema Inklusion ist verpflichtender Studien- und Prüfungsinhalt für Studierende aller Lehrämter (vgl. LPO).

Die Inklusionsaufgabe im Schulsystem erweist sich gegenwärtig als sehr herausfordernd für Lehrkräfte. Eine Konsequenz ist, dass alle Lehrer*innen über notwendige Basiskompetenzen für „Inklusion und Sonderpädagogik“ verfügen sollen.

Das Projekt BAS!S dient einer Stärkung der Themenfelder Heterogenität, Inklusion und Sonderpädagogik in der universitären Lehrerbildung. Rahmen für die geplanten Inhalte und Formate ist das für alle zukünftigen Lehrkräfte verpflichtende Erziehungswissenschaftliche Studium. Die Kooperation mit den Fachdidaktiken wird weiterentwickelt.

Inklusive pädagogisch-didaktische Überlegungen sollen in entsprechenden Lehrveranstaltungen und weiteren Studienangeboten thematisiert und so zu einem festen Bestandteil in der ersten Phase der Lehrer*innenbildung werden.

Über die FAU hinaus sollen bayernweit in Zusammenarbeit der Projektverantwortlichen an allen zehn Standorten Studieninhalte und Veranstaltungen entwickelt und vernetzt werden.

Umsetzung in Bayern

Für einen Zeitraum von fünf Jahren wurden Studienrät*innen im Förderschuldienst an die beteiligten, lehrerbildenden Universitäten in Bayern abgeordnet. Deren Aufgabe ist es, an den jeweiligen Standorten das Projekt BAS!S zu konkretisieren und umzusetzen. An der LMU München und an der JMU Würzburg fungieren die Projektverantwortlichen darüber hinaus als Koordinierungsstellen für die fünf süd- bzw. nordbayerischen Standorte. Sie stehen als Ansprechpartner für alle Fragestellungen im Zusammenhang mit dem BAS!S-Projekt zur Verfügung.

Regelmäßig finden überregionale Arbeitstreffen aller Mitarbeitenden im Projekt statt, die mit fachwissenschaftlicher Expertise und Begleitung seitens der beteiligten Lehrstuhlinhaber*innen in München und Würzburg und unter fachlicher Leitung der beiden Koordinierungsstellen initiiert und durchgeführt werden.

 

Umsetzung an der FAU

An der FAU Erlangen-Nürnberg wird das Projekt BAS!S unter Berücksichtigung standortspezifischer Aspekte durchgeführt und weiterentwickelt.

Das Projekt BAS!S ist am Lehrstuhl für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt empirische Unterrichtsforschung von Prof.in Dr. Michaela Gläser-Zikuda angesiedelt. Die Projektplanung und -steuerung erfolgt im interdisziplinären Team des AK Inklusion der FAU.

Das Studienangebot für künftige Lehrer*innen verteilt sich auf mehrere Standorte in Erlangen und Nürnberg. Lehramtsstudiengänge an der FAU sind durch die Struktur der Departments – Department Pädagogik und Department Fachdidaktiken – gekennzeichnet. Studierende der Regelschullehrämter sollen im Department Pädagogik grundlegendes Wissen zum Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf erwerben und inklusionsförderliche Einstellungen und Haltungen ausbilden. Im Department Fachdidaktiken soll die fachdidaktisch spezifische Ausgestaltung von inklusiven Lernumgebungen thematisiert werden. Inneruniversitäre Vernetzungen im Hinblick auf das Themenfeld „Inklusion“ werden angestrebt.

Projektträger

Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

 

Bild: Projekt BAS!S

Projektpartner

Lehrstuhl für Schulpädagogik
Prof.in Dr. Silke Grafe

 

Lehrstuhl für Pädagogik bei geistiger Behinderung
Prof. Dr. Christoph Ratz

Zentrum für Lehrerbildung
Prof. Dr. Volker Ulm

Bamberger Zentrum für Lehrerbildung, Qualitätsoffensive Lehrerbildung
Prof.in Dr. Anna Steinweg
Prof. Dr. Konstantin Lindner

 

Professur für Psychologie in Schule und Unterricht
Prof.in Dr. Barbara Drechsel

Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und -didaktik
Prof.in Dr. Astrid Rank

Lehrstuhl für Lernbehindertenpädagogik
Prof. Dr. Ulrich Heimlich

 

Lehrstuhl für Schulpädagogik
Prof. Dr. Ewald Kiel

Lehrstuhl für Schulpädagogik
Prof.in Dr. Barbara Muslic

Lehrstuhl für Schulpädagogik
Prof. Dr. Norbert Seibert

Lehrstuhl für Schulpädagogik
Prof. Dr. Klaus Zierer

Der Arbeitskreis Inklusion hat ein Gesicht.

Bildnachweise (v. l. n. r.): privat, privat, privat, privat, FAU/Georg Pöhlein, privat, privat, privat, ZfL/Marie Theres Graf

GeoLInk: Qualifizierung von Geographie-Lehrpersonen für inklusive Bildung

Bild: Projekt GeoLInk/FAU

Zielsetzung des Forschungsprojekts GeoLInk unter Leitung von Prof. Dr. Jan C. Schubert ist die Qualifizierung von Geographielehrern für einen inklusiven Unterricht.

Im Rahmen des Projekts wurde der Workshop „Inklusiver Geographieunterricht“ konzipiert und forschend evaluiert. Informationen zum Themenfeld „Inklusion“ und zu den sonderpädagogischen Förderschwerpunkten bilden einen inhaltlichen Schwerpunkt. Weiterhin umfasst der Workshop förderbedarfsspezifische, geographiedidaktische Überlegungen wie auch Übungen zur Entwicklung von konkretem, inklusivem Geographieunterricht.

Bild: FAU

Die Schrift- und Orthographievermittlung ist ein elementarer Bestandteil der schulischen Bildung. Doch was muss man beachten, wenn mehrsprachige Kinder in der Grundschule die Schriftsprache Deutsch erwerben? Wie kann man ihre bisherigen Erfahrungen in anderen Sprachen nutzen? Die Antworten auf diese Fragen sowie Anregungen dazu, worauf man bei der Vermittlung der deutschen Schriftsprache im mehrsprachigen Kontext achten sollte, finden Sie in unserem vhb-Kurs.

Die KMK-Empfehlungen vom 14.03.2019 stellen den Begriff des sonderpädagogischen Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsbedarfs in den Mittelpunkt. Sie sprechen vom sonderpädagogischen Schwerpunkt LERNEN. Voraussichtlich werden weitere Empfehlungen der Kultusministerkonferenz zu anderen sonderpädagogischen Förderschwerpunkten in den kommenden Jahren folgen.

„Inklusionsdidaktische Lehrbausteine“ (!DL) ist ein Projekt der Ludwig-Maximilians-Universität München. Auf dieser Lernplattform sind zahlreiche Filme und Begleitmaterialien zum inklusiven Unterricht zu finden.

Das „Studienbuch Inklusion“ (Heimlich & Kiel 2020, Verlag Julius Klinkhardt) ist aus dem Projekt BAS!S entstanden. Zielsetzung ist, ein Grundwissen zu Inklusion und Sonderpädagogik zu vermitteln. Für die Beiträge zu den verschiedenen Schwerpunktthemen wurden fachlich kompetente Autoren gewonnen. Das Studienbuch ist in der Universitätsbibliothek als E-Book verfügbar.
Ergänzend liegt ein E-Learning-Angebot, eine moodle-basierte digitale Plattform, für Lehrende wie auch Lernende vor. So ist eine aktive, selbstgesteuerte Auseinandersetzung mit den Inhalten möglich.

 

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg