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BNE-Wettbewerb

Ideenwettbewerb für Studierende

Birne

Entscheidende globale Problemstellungen unserer Zeit – wie z. B. Klimawandel und Artensterben, Armut und soziale Ungerechtigkeit – stellen auch für die Hochschullehre eine Herausforderung dar: Die komplexen Sachverhalte, die hierbei eine Rolle spielen, systematisch zu berücksichtigen, erfordert „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE). Doch wie kann Hochschullehre diese konkret in den Lehrveranstaltungen realisieren? Deshalb fragten wir Studierende der FAU:

 

Welche Ideen für BNE an der FAU habt Ihr?

Die Abgabefrist für Ideen ist bereits abgelaufen, wir arbeiten nun an der Sortierung und Beurteilung der Ideen für die Preisverleihung.

 

Fragestellung: Wie und was sollte in Deinem Fach an der FAU im Sinne einer Bildung für nachhaltigen Entwicklung gelehrt werden?

Oder anders formuliert:

Wie kann intra- und intergenerative Gerechtigkeit im Angesicht der Grenzen unseres Planeten in der Hochschullehre Berücksichtigung finden?

 

Teilnehmende: alle Studierenden der FAU

 

Preise: Gutscheine für den Unverpacktladen Zero Hero: 1. Preis 150€, 2. Preis 100€, 3. Preis 50€

 

Einsendeschluss: 31.1.2021

 

Was passiert mit den Ideen? Verschiedenen Gremien und Instituten sowie Lehrenden der FAU werden die Ideen vorgelegt (ausführlich siehe unter dem Punkt “Worum es eigentlich geht” ganz unten). Wir organisieren einen Austausch zu diesen Ideen und wir regen dazu an, diese Ideen aufzugreifen und zu verfolgen. Eine Garantie, dass die Ideen umgesetzt werden, gibt es freilich nicht.

 

Die UNESCO hat jüngst das Globale Aktionsprogramm „Education for Sustainable Development beyond 2019“ ausgerufen. Ziel ist es, eine gerechtere und nachhaltigere Welt aufzubauen, indem BNE gestärkt wird und zur Erreichung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung beiträgt. Der aktuelle Nationale Aktionsplan widmet der Hochschulbildung das ausführlichste seiner sechs Sektorenkapitel, wobei intensiv auf die Partizipation der Studierenden als „zentrale Gestalterinnen und Gestalter“ von BNE eingegangen wird.

 

Was ist Bildung für nachhaltige Entwicklung?

Eine Annäherung findet sich auf dem bne-Portal, verantwortet vom Bundesministerium für Bildung und Forschung:

 

„Bildung, die Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigt. Sie ermöglicht jedem Einzelnen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen. […] Entwicklung ist dann nachhaltig, wenn Menschen weltweit, gegenwärtig und in Zukunft, würdig leben und ihre Bedürfnisse und Talente unter Berücksichtigung planetarer Grenzen entfalten können. Eine solche gesellschaftliche Transformation erfordert starke Institutionen, partizipative Entscheidungen und Konfliktlösungen, Wissen, Technologien sowie neue Verhaltensmuster.“ (https://www.bne-portal.de/de/was-ist-bne-1713.html)

 

Auf diesem Portal (www.bne-portal.de) findet man auch ausführliche Informationen zu den so genannten SDGs, die Ziele für nachhaltige Entwicklung, die für die Umsetzung in der universitären Lehre Orientierung bieten können:

Einen kleinen Video-Clip zur Einfürhung von Bildung für nachhaltige Entwicklung gibt es auch, er steht hier bereit: https://www.bmbf.de/de/bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung-535.html.

 

Der Wettbewerb soll einen Anlass dazu schaffen, dass Studierende und Dozierende an unserer Universität sich dazu austauschen, wie in der Lehre Aspekte nachhaltiger Entwicklung berücksichtigt werden können. Das heißt, letztendlich steht es auch zur Debatte, worum es bei einer Bildung für nachhaltigen Entwicklung gehen soll. Die Ziele für nachhaltige Entwicklung können eine Orientierung sein, doch eine Universität ist immer dazu aufgerufen, diese auch kritisch zu hinterfragen und ein Verständnis für nachhaltige Bildung interdisziplinär weiterzuentwickeln.

 

Wir freuen uns über den Diskurs!

 

Ausgezeichnet werden Ideen in drei Kategorien:

! Coole Idee ! – eine innovative, kreative Idee, die gut zur FAU passt

! Großes Kino ! – eine grundlegende, fundierte Idee

! Kurz und gut ! – ein niedrigschwelliger Impuls – einfach aber effektiv

 

Preise (in jeder Kategorie):

  1. Preis: Gutschein über 150 € für den Unverpacktladen Zero Hero
  2. Preis: Gutschein über 100 € für den Unverpacktladen Zero Hero
  3.  Preis: Gutschein über 50 € für den Unverpacktladen Zero Hero

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

Jury:

Prof. Dr. Bärbel Kopp (Vizepräsidentin für Lehre)

Dr. Katrin Valentin (Zentrum für Lehrinnen- und Lehrerbildung)

Sebastian Hemmer (Green Office)

Vanessa Hack (Studierendenvertretung, Ökologisches Referat)

 

 

Hintergrund

Die UNESCO hat jüngst das Globale Aktionsprogramm „Education for Sustainable Development beyond 2019“ ausgerufen. Ziel ist es, eine gerechtere und nachhaltigere Welt aufzubauen, indem BNE gestärkt wird und zur Erreichung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung beiträgt. Der aktuelle Nationale Aktionsplan widmet der Hochschulbildung das ausführlichste seiner sechs Sektorenkapitel, wobei intensiv auf die Partizipation der Studierenden als „zentrale Gestalterinnen und Gestalter“ von BNE eingegangen wird. Der Wettbewerb greift exakt diesen Ansatz auf und verwendet ihn als Ankerpunkt für einen Nachhaltigkeitsschub an der Universität.

 

Die Friedrich-Alexander-Universität hat sich in den vergangenen Jahren besonders durch ihre Forschungsstärke, ihre Innovationskraft und (digitale) Lehr- und Weiterbildungsmethoden profiliert. Die Nachhaltigkeitsüberlegungen stehen noch vergleichsweise am Anfang, obwohl bestimmte Bausteine wie ein flächendeckendes Energiecontrolling, FairTrade-Verpflegung und auch thematische Ringvorlesungen bereits entwickelt wurden.

 

Innovationskraft der Studierenden

Die Studierenden selbst haben diesen Prozess entscheidend dynamisiert. Die Studierendenvertretung hat im November 2019 ein umfassendes Klimaschutz- und Nachhaltigkeitskonzept für die FAU vorgelegt, das viel Zuspruch erfahren hat. Dieser Initiative ist es zu verdanken, dass es nunmehr ein Green Office an der FAU gibt, welches sich um Nachhaltigkeit in seinen verschiedenen Dimensionen an der Universität bemüht. So wird in der Lehre die Ringvorlesung „(FA)U against CO2“ realisiert, im Universitätsbetrieb Konzepte zur Mülltrennung erarbeitet oder mit Stadt und Wirtschaft an Formaten für „grüne“ Gründungsideen gearbeitet. Im Green Office der FAU werden Mitarbeiter*innen der Universitätsverwaltung und Studierende zusammenarbeiten, wobei seitens der FAU lediglich ein überschaubares Budget für studentische Mitarbeiter bereitgestellt werden konnte. Die Verwaltungsmitarbeiter leisten die Arbeit aus dem bisherigen Bestand (ohne neue Stellenanteile).

 

Auch die Einrichtung einer Stelle für das Studienmanagement „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ am ZfL unterstreicht das Bestreben der FAU, das Thema Nachhaltigkeit speziell in der Lehre zu intensivieren. Sie hat an der FAU besonders großes Potenzial, mit ca. 4725 Studierenden (WS 19/20) aus dem gesamten fachlichen und schulartspezifischen Spektrum. Schulischer Bildung kommt eine Schlüsselrolle für das Erreichen der 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der UNESCO zu. So sind derzeit mehrere weitere Vorhaben am ZfL in Bezug auf Bildung für nachhaltige Entwicklung in Planung.

 

Generell ist ein umfänglicher und auch langjähriger Diskussionsprozess zu der Frage, was Nachhaltigkeit für die FAU bedeutet, notwendig. Das vorliegende Vorhaben ist als ein Baustein anzusehen, der jedoch gemäß der Chronologie des Prozesses eine zentrale Stellung hat. Es nimmt seinen Ausgang in den Bedeutungszuweisungen der Studierenden und ist auf die Lehre konzentriert.

 

Dem Ziel, Bildung für nachhaltige Entwicklung an einer Universität zu etablieren, wohnt gleichsam inne, dass eine Veränderung bewirkt wird in dem, wie gelehrt wird und in dem, was gelehrt wird. Dies muss freilich aufgrund der fachlichen Expertise der Lehrenden und anhand methodischer Weiterbildung sowie Kooperationen erfolgen. Doch zentral für einen solchen Prozess ist gerade bei diesem Thema die Perspektive der Studierenden. Insbesondere beim Thema Nachhaltigkeit beweist die jüngere Generation Innovationskraft und ein Gespür für Möglichkeiten oder gar Notwendigkeiten, die für die ältere Generation – hier die Lehrenden – von großem Wert ist. Das belegen nicht nur die BNE-Kernprinzipien Entdeckendes Lernen, Reflexion oder Partizipation und Empowerment, sondern speziell die Entwicklungshistorie an der FAU.

 

Was geschieht mit den Ideen?

Die eingegangenen Wettbewerbsbeiträge werden durch das ZfL und das Green Office gemeinsam gesichtet, wenn nötig zur Klärung von Fragen rückgespiegelt und bewertet. Die Bewertung erfolgt unter Einbezug der Vizepräsidentin Education. Es wird angestrebt, dass alle aufwändig ausgestalteten Ideen und Impulse eine Antwort erhalten und dass auch Beiträge, die nicht prämiert werden, in der FAU nachwirken.

 

Die Impulse der Studierenden sollen auf verschiedenen Wegen Eingang in die universitäre Lehre erlangen und verzahnen damit alle Akteure wissenschaftlicher Lehre an der FAU:

 

  • Die Ideen werden aufbereitet, sortiert und zielgruppenspezifisch (das heißt z. B. entsprechend einer fachlichen Einteilung oder aufgrund von Lehrmethoden) den Dozierenden oder den Studiendekanen (z. B. in fakultätsspezifischen Runden) vorgelegt.
  • Impulse werden integriert in Angebote, die das ZfL derzeit plant: ein Online-Angebot, mit dem Dozierende ihre eigene Lehre in Bezug auf BNE weiterentwickeln können und ein „BNE-Labor“ (ein interdisziplinärer Zusammenschluss mehrerer Wissenschaftler/-innen an der FAU, die sich mit Herausforderungen von BNE in der schulischen Lehre auseinandersetzen). In konkreten Fällen sollen im Zuge der Lehrerbildung auch Kooperationsschulen mit eingebunden werden.
  • Das FBZHL (Fortbildungszentrum Hochschullehre) erhält vollen Einblick in die Ergebnisse im Hinblick auf die Entwicklung von hochschuldidaktischen Fortbildungen.
  • Die Aufbereitung der Ideen trägt darüber hinaus auch zur Entwicklung des Angebots in Bezug auf Schlüsselqualifikationen für Studierende am ZiWiS (Zentralinstitut für Wissenschaftsreflexion und Schlüsselqualifikationen) bei.
  • Das Green Office bemüht sich darüber hinaus um eine Ausweitung der Ideen über die universitäre Lehre hinaus hin zu weiteren Handlungsfelder wie Transfer, Forschung und Campusmanagement (z.B. Kooperationsprojekte, studentische Angebote am Campus).

 

Die Preisverleihung zum Abschluss des Projektes soll nicht nur eine offizielle Würdigung der Personen darstellen, die einen Preis erhalten, sondern zugleich als Forum des Austausches und der Weiterentwicklung von Ideen genutzt werden. Gemäß des BNE-Schlüsselgedankens der Kooperation zwischen Akteuren soll die Vorstellung der Wettbewerbsergebnisse ausdrücklich dazu genutzt werden, Synergien zwischen verschiedenen Disziplinen und Einrichtungen zu schaffen. Studierende sollen gemeinsam mit Dozierenden und u. U. in den Projektideen beteiligten externen Partnern (z. B. Gastdozent/-innen aus Bildung, Industrie und Politik) daran arbeiten, wie sich vorgeschlagene Projekte gemeinsam realisieren oder fortsetzen lassen.

 

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Grüne Birne Original: © Bildagentur PantherMedia / Askold Romanov; bearbeitet von Andrea Förster

 

 

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