Navigation

Bild: Marie-Theres Graf

Sie haben auch in diesem Semester noch die Chance, sich für ein ganz besonderes Praktikum zu bewerben: die Lehr:werkstatt! Informieren Sie sich gerne auf der Homepage und finden Sie ganz einfach über das Matchingtool Ihre/e persönliche/n Mentor/in. Für Ihre Nachfragen bieten wir Ihnen im Mai zwei (virtuelle) Kleingruppenberatungen an. Die Termine finden Sie am Ende dieses Newsletters sowie hier.

Um Ihnen einen kleinen Einblick in ein Lehr:werkstatt-Jahr zu geben, berichtet ein ehemaliger Teilnehmer exklusiv über eine Woche aus seiner Zeit in der Lehr:werkstatt. Lesen Sie selbst:

Eine Woche Lehr:werkstatt – Ein Erlebnisbericht

Eine Woche in der Lehrwerkstatt kann sehr aufregend sein. Hier geht es darum, wirklich zu unterrichten, sich Lehrmethoden anzueignen und unter Anleitung einer Lehrkraft den Umgang mit einer Klasse zu lernen. Die Woche, von der ich euch berichten will, fing zunächst ziemlich entspannt an.

Am Montag hatte ich lediglich vier Unterrichtsstunden Mathe, jeweils eine Doppelstunde in der siebten Klasse und im Kurs der zwölften Klasse. Meinem Lehr:mentor war es sehr wichtig, dass ich selbst als vollwertiger Lehrer agiere. Anstatt nur zu hospitieren, habe ich montags meist die Korrektur der Hausaufgaben übernommen und stand den Schülerinnen und Schülern in den Übungsphasen beratend zur Seite. Nachmittags, wie jeden Tag in der Lehr:werkstatt, besprachen mein Lehr:mentor und ich den bisherigen Tag und zogen eine erste Bilanz meines Vorgehens. Für zuhause nahm ich mir einen Auftrag vor: eine zweistündige Unterrichtseinheit für unsere siebten Klassen am kommenden Donnerstag zu erstellen. Für einen ungeübten Lehrer wie mich kein einfaches Unterfangen!

Am Dienstag hatte ich einen vollen Stundenplan: ganze sechs Unterrichtsstunden zusammen mit meinen Lehr:mentor. Am Ende des Schultages waren nicht nur die Schüler/innen fertig mit ihren Kräften, sondern auch mein Lehr:mentor und ich, was zur Folge hatte, dass wir zunehmend das Albern anfingen. Diese lockere Atmosphäre im Klassenzimmer hat wirklich Spaß gemacht, sodass ich fast ein wenig traurig war, als der Gong ertönte. Auch nachmittags hatten mein Lehr:mentor und ich einiges an Arbeit vor uns: Abgesehen von der täglichen Besprechung haben wir gemeinsam die künftigen Unterrichtsstunden vorbereitet und ausgearbeitet. Das Gefühl, dadurch einen bedeutsamen Einfluss auf den Unterricht nehmen zu dürfen, bekräftigte mich ein weiteres Mal in meiner Entscheidung, Lehrer werden zu wollen.

Am Mittwoch fand ein Kompetenzworkshop an der Uni statt, der von der Lehr:werkstatt angeboten wurde. Hierbei lernten mein Mentor und ich interessante Methoden und Konzepte für die Arbeit im Tandem kennen und erhielten Inspiration zur Implementierung von Teamteaching im Unterrichtsalltag. Ich kann sagen, dass diese Workshops sich nicht nur für den zukünftigen Berufsweg lohnen, sondern auch die Bindung zwischen Lehr:werker/in und Lehr:mentor/in stärken. Außerdem war es schön, die anderen Lehr:werker/innen einmal wiederzusehen und sich miteinander auszutauschen.

Mit Donnerstag war der Tag gekommen, an dem ich meinen selbst konzipierten Unterricht halten durfte. Ich sollte so agieren, als wäre ich Referendar und würde meine Klasse unterrichten – und das war gar nicht so einfach wie gedacht. Hier wurde mir erst so richtig bewusst, wie herausfordernd dieser Beruf ist. Ich wurde mit so vielen Reizen auf einmal konfrontiert, dass ich ein bisschen überfordert war. Mein Lehr:mentor, der mir zum Glück immer zur Seite stand, versicherte mir aber: „Das ist gut so! Du darfst hier auch Fehler machen.“ In der Nachbesprechung machte er mir viel Mut und lobte mich für mein Engagement. Bei langen Diskussionen über verschiedene Unterrichtsmethoden behandelte er mich als gleichberechtigte Lehrkraft – nicht selten konnte ich ihn sogar von meiner Vorgehensweise überzeugen.

Der Freitag schließlich war ein sehr angenehmer Tag. Die Woche war geschafft und auch die Schüler/innen freuten sich auf das Wochenende. So verzichteten wir an diesem Tag auch auf eine Nachbesprechung oder Unterrichtsvorbereitung. Stattdessen trafen wir uns nach dem Unterricht noch mit anderen Lehrerkolleg/innen und haben uns einfach mal entspannt über die Woche ausgetauscht.

Was ich abschließend sagen kann, ist, dass die Zeit in der Lehr:werkstatt eine überaus inspirierende Zeit war und ich diese niemals missen möchte. Ich kann nur jedem empfehlen, an diesem Projekt teilzunehmen! Es hat mich wiederholte Male daran erinnert, warum ich den Lehrerberuf angehen möchte und was mir am Unterrichten so viel Freude bereitet. Das schönste Kompliment für einen Lehrer in der Ausbildung ist die Anerkennung der Schüler/innen. Und eine solche Erfahrung macht man nur in einem Projekt wie diesem.

Weitere Hinweise zum Webauftritt