Woche der Inklusion an der FAU

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Bild: Lea Kesisoglugil

In dieser ersten Fachwoche der Inklusion an der FAU vom 21. bis 25. Juni 2021 stehen Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Mittelpunkt. Wir richten den Blick auf Ressourcen. Auf was können wir zurückgreifen? Was muss ausgebaut werden?

 

Weitere Informationen sowie Zugangsdaten zu den einzelnen Veranstaltungen erhalten Sie im StudOn-Kurs.

 

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

 

Details zur Veranstaltung

Inklusion auf Basis der UN-Behindertenrechtskonvention ist gewollt und stellt uns gleichzeitig vor Herausforderungen in Schule und Hochschule.

Wir stellen fest und fragen:

  • Manche Kinder bringen uns an unsere Grenzen. Wo ziehe ich in der professionellen pädagogischen Arbeit meine persönlichen Grenzen? Mit wem können und müssen wir kooperieren?
  • Aktuell verstärkt der Distanzunterricht Bildungsbenachteiligungen. Können digitale Medien zu einem zeitgemäßen Unterricht in heterogenen Lerngruppen beitragen?
  • Die Lernausgangslagen der Kinder sind sehr unterschiedlich. Wie können sie dennoch erfolgreich in einem Raum lernen?

In dieser ersten Fachwoche der Inklusion an der FAU stehen Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Mittelpunkt. Wir richten den Blick auf Ressourcen. Auf was können wir zurückgreifen? Was muss ausgebaut werden?

 

Hilfreiche Antworten, Beiträge und Anstöße liefern die Referent*innen der Inklusionswoche – oft zutreffend für alle Kinder im Sinne eines weiten Inklusionsverständnisses.

 

Eine Neuausrichtung der Lehrer*innenbildung im Hinblick auf Inklusion ist notwendig. Was läuft an der FAU? Wir stellen für Dozierende exemplarisch zwei Projekte vor.

 

Wir eröffnen die Woche der Inklusion mit einer Videobotschaft des Arbeitskreises Inklusion der FAU:

Videobotschaft

Autor
Andrea Heinlein
Quelle
https://www.video.uni-erlangen.de/clip/id/34226
Provider
Videoportal der FAU (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg)

Film Systemsprenger

„Ein neunjähriges Mädchen, das schon mehrere psychiatrische Aufenthalte hinter sich hat, verweigert sich so radikal allen Verhaltensnormen, dass es für seine Betreuer schwer wird, überhaupt noch Einrichtungen oder Pflegeeltern zu finden. Die Helfer ahnen, dass hinter den Gewaltausbrüchen frühkindliche Traumata stecken, sind aber überfordert und nehmen die Aggression des Kindes persönlich. Der sorgfältig recherchierte und in den Hauptrollen überragend gespielte Film will weder anklagen noch urteilen, sondern wirbt mit großer Kraft um Verständnis für ein Kind, das mit extremen Ausbrüchen nach Halt und Geborgenheit sucht.“ (© FILMDIENST)

 

Der Film ist online abrufbar. Die Teilnehmerzahl ist auf 150 Personen begrenzt.

Bitte für die Zugangsdaten im StudOn-Kurs der Gruppe beitreten.

Ressource Kooperation
„Nicht jede(r) muss alles können und tun.“ (Stein 2020)

Die Kooperation zwischen Lehrkräften, mit anderen Fachkräften innerhalb und außerhalb der Schule, mit Erziehungsberechtigten und Schüler*innen ist eine Gelingensbedingung schulischer Inklusion. Unverzichtbar ist der Aufbau und die Pflege eines Netzwerkes für Lernende mit gravierendem sonderpädagogischen Förderbedarf im emotional-sozialen Bereich.

16:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Diskussionsrunde zum Film Systemsprenger

Dieser Film bietet Einblicke in die Extreme und in emotionale und fachliche Herausforderungen, mit denen Lehrkräfte durchaus konfrontiert werden können.

Dieser Film wirft Fragen auf:

  • Wie gehe ich mit Eltern um, die sich augenscheinlich kaum für das Wohl ihres Kindes interessieren?
  • Wo ist mein Platz in einem System aus Eltern, Behörden und anderen Leistungserbringern?
  • Welche Unterstützungsmöglichkeiten bietet die Jugendhilfe?
  • Wann ist eine Behandlung in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie sinnvoll?

Über diese und weitere Fragen kommen wir mit unseren Gästen Prof. Dr. Oliver Kratz (stellv. Leiter der KJP Erlangen), Dr. Matthias Lindner (Sozialarbeiter, Erziehungswissenschaftler) und Elisabeth Sonntag (Leiterin des Jugendamtes Ansbach) ins Gespräch.

Ressourcen an der FAU
Das Thema Inklusion ist verpflichtender Studien- und Prüfungsinhalt für Studierende aller Lehrämter. Die Entwicklung eines inklusiven Bildungssystems wird nicht ohne eine entsprechende Qualifikation der Lehrer*innen zu leisten sein. Die FAU ist einer der zentralen Lehrkräftebildungsstandorte in Bayern. Was läuft an der FAU zum Thema Inklusion?
16:00 Uhr bis 17:30 Uhr
Projekte zur inklusiven Lehrer*innenbildung an der FAU

Bild: Projekt GeoLInk/FAU

An der FAU beschäftigen sich viele Lehrstühle und Personen mit dem Themenkreis Inklusion. Exemplarisch werden zwei Projekte vorgestellt. BAS!S ist ein bayernweites Projekt zur Verankerung von Inklusion und Sonderpädagogik in der universitären Lehrer*innenbildung. Christina Laich und Andrea Heinlein, Sonderpädagoginnen, wurden hierzu an die FAU abgeordnet.

Prof. Jan C. Schubert und sein Team sind im Projekt GeoLInk der Frage nachgegangen, wie man Geographielehrpersonen für einen inklusiven Geographieunterricht qualifizieren kann. Prof.in Dr. Sabine Martschinke wird durch die Veranstaltung führen und Impulse zur Vernetzung geben.

Ressource Digitalisierung

Die Corona-Krise wirkt wie ein Brennglas. Mit monatelangem Distanzunterricht verschärft sich die Frage der Teilhabe von einigen Schüler*innen an Bildung. Wirkt die Digitalisierung exklusiv? Digitale Medien bieten verschiedenste Perspektiven für Inklusion im Unterricht. Welche Chancen bietet die Digitalisierung?

16:00 Uhr bis 17.30 Uhr
Fachvortrag „Diklusion“ – Dr. Lea Schulz

Bild: Lea Schulz

„Digitale Medien und Inklusion (#Diklusion) ergeben gemeinsam gedacht einen zeitgemäßen Unterricht in heterogenen Lerngruppen, der von passgenauem Unterricht durch Individualisierung und Kooperation der Lernenden geprägt ist. Sie beschreiben zwei sich gegenseitig stützende Komponenten für eine neue Schulkultur, die vielfältige Chancen und Möglichkeiten für den Unterricht mit einer heterogenen Schülerschaft bietet. Der Vortrag zeigt die Ebenen einer digital-inklusiven Schule anhand vieler Praxisbeispiele auf und klärt auf, warum Diklusion uns auf dem Weg zu dem höheren Ziel von Bildungsgerechtigkeit für alle Schüler*innen ein guter Begleiter ist.“ (Schulz)

 

Dr. Lea Schulz arbeitet am Institut für Qualitätsentwicklung für Schulen in Schleswig-Holstein als Studienleiterin und verantwortet den Fachbereich Digitale Medien und Inklusion in der Aus- und Fortbildung.

Ressourcenorientierte Sichtweise auf Lernausgangslagen

Die Lernausgangslagen der Kinder sind heterogen und ihre Lernprozesse sind einmalig. Die Antwort darauf kann keine vermeintliche Homogenisierung sein, sondern eine konsequente Unterstützung der individuellen Lernbewegungen der Kinder.

16:00 Uhr bis 17.30 Uhr
Fachvortrag „Lernen mit Lernleitern. Lernen im Ungleichschritt.“ – Prof. Dr. Thomas Müller

privat

Das Lernen mit Lernleitern („ladder of learning“) ist eine geeignete Methode, inklusiven Unterricht in heterogenen Gruppen zu realisieren. Damit wird individuelles und gemeinsames Lernen aller Kinder unterschiedlicher Alters- und Lernniveaus möglich. Jedes Kind erarbeitet sich materialgeleitet, selbstständig und selbstverantwortlich, in seinem eigenen Rhythmus anhand strukturierter Lernleitern den Stoff („The Child is in the Driver’s Seat.“ RIVER). Lehrkräfte begleiten und fördern Lernprozesse. Die MGML-Methodology wird weltweit nachgefragt und auch an bayerischen Schulen – von Förderschulen bis hin zum Gymnasium – eingesetzt.

 

Prof. Dr. Thomas Müller lehrt und forscht am Lehrstuhl Pädagogik bei Verhaltensstörungen an der Universität Würzburg. Seit 2004 wirkt er am bayerisch-indischen Kooperationsprojekt in Rishi Valley, Indien mit und entwickelt die MultiGradeMultiLevel-Methodology (MGML) kontinuierlich weiter.

Bildquellen

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Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg