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Weichenstellung FAU
Bild: Giulia Iannicelli, FAU

Zum Ausbildungsstart im Herbst 2019 startet auch das Mentoring-Projekt „WEICHENSTELLUNG für Ausbildung und Beruf“ in die nächste Runde. Neuzugewanderte während der dualen Ausbildung unterstützen – das ist das Ziel des gemeinsamen Projekts der ZEIT Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, des bayerischen Kultusministeriums und der FAU Erlangen-Nürnberg, welches in Zusammenarbeit mit der IHK Nürnberg für Mittelfranken und der Handwerkskammer für Mittelfranken seit Oktober 2018 umgesetzt wird. Durchgeführt und geleitet wird das Projekt von Prof. Dr. Karl Wilbers und seinem Team am Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik und Personalentwicklung der FAU.

Die Idee der Initiative WEICHENSTELLUNG für Ausbildung und Beruf: Studierende der Wirtschaftspädagogik, aber auch andere Lehramtsstudenten (vorzugsweise MS und RS) engagieren sich für zwei Jahre als Mentoren, um jugendliche Geflüchtete auf ihrem Weg durch die duale Ausbildung zu unterstützen. Außerdem stehen die Mentoren „ihren“ Auszubildenden zur Verfügung, wenn es um kulturelle Fragen und Probleme des Alltags geht. Durch diese Begleitung soll erreicht werden, dass die Azubis die Ausbildung auch bis zum Ende durchhalten und die Prüfungen erfolgreich absolvieren.

Förderung durch Lehramtsstudierende

Das Projekt bietet in jedem Jahrgang Platz für insgesamt 30 Auszubildende, welche im 1-zu-1 Mentoring über den Zeitraum von 2 Jahren von Lehramtsstudierenden der Wirtschaftspädagogik und anderer Lehrämter begleitet werden. Die Mentoren treffen sich dabei einmal pro Woche für 90 Minuten mit ihren Auszubildenden und unterstützen sie bei der Sprachförderung und bei inhaltlichen Fragen rund um die Ausbildung. Aber auch interkulturelle Fähigkeiten sollen gefördert und herausfordernde Situationen in Beruf und Lebensalltag besprochen werden. Die Lehramtsstudierenden vermitteln außerdem Lernstrategien, Methoden der Problemlösung und nicht zuletzt grundlegende Normen und Werte der Gesellschaft in Deutschland. All dies soll den Auszubildenden die Orientierung in der neuen Heimat erleichtern und ihnen dabei helfen, ihre eigenen Fähigkeiten zu erkennen und auszubauen. Zu diesem Zweck organisiert das Projekt ein monatliches Kulturprogramm, im Rahmen dessen die Mentoren und ihre Auszubildenden an verschiedenen kulturellen und gesellschaftlichen Veranstaltungen in Nürnberg teilnehmen können.

Die Aufgaben als Mentor stellen hohe Anforderungen an die Studierenden, so Florian Kirchhöfer, der Koordinator des Projekts am FAU-Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik und Personalentwicklung. Deshalb werden die Lehramtsstudenten über die gesamte Laufzeit des Projekts in Kursen an der Universität Erlangen-Nürnberg weitergebildet und persönlich betreut.

Bisherige Erfahrungen aus dem Projekt

„Die Hemmung, sich auf Deutsch zu unterhalten, ist deutlich zurückgegangen“

„Es wird viel flüssiger gesprochen, mehr auf die richtige Aussprache geachtet und dadurch für den gegenüber verständlicher gesprochen.“

„Durch die Nachbereitung des Unterrichts, speziell des Fachs „Fertigungstechnik“, lernt er dessen Inhalt durch erneutes Wiederholen und erleichtert ihm, den behandelten Inhalt wiederzugeben und anzuwenden“

„Beim Vergleich der ersten Einheiten mit den aktuellen Mentoringtreffen fällt deutlich auf, dass mein Mentee viel Selbstbewusstsein gewonnen hat.“

Die bisherige Evaluation von WEICHENSTELLUNG für Ausbildung und Beruf zeigt bereits jetzt, dass die Mentees gemeinsam mit ihren Mentoren schon die ersten Erfolge erzielen konnten. Die Auszubildenden machen Fortschritte in allen Förderdimensionen des Projekts, wobei besonders die sprachliche Förderung und die Entwicklung des Selbstvertrauens, sowie die persönliche und emotionale Unterstützung als besonders positiv hervorgehoben werden. Zu diesem Schluss kommt auch Alexander Schweiger, Ausbilder bei der DIEHL Ausbildungs- und Qualifizierung GmbH, der auf die ersten Monate seiner zwei Auszubildenden im Projekt WEICHENSTELLUNG für Ausbildung und Beruf zurückblickt:

„Bei DIEHL ist uns die Integration und ganzheitliche Förderung unserer neuzugewanderten Auszubildenden sehr wichtig. Die Mentorinnen unterstützen uns dabei, indem Sie Ansprechpartner für die überfachlichen und privaten Themen unserer geflüchteten Auszubildenden sind. Ohne das Projekt WEICHENSTELLUNG für Ausbildung und Beruf hätten wir mehr Probleme im privaten Bereich unserer Auszubildenden. Durch das Projekt werden wir in diesem Bereich unterstützt und das ist uns sehr wichtig, denn wenn es privat funktioniert, dann funktioniert auch die Ausbildung. Ich finde das Projekt deswegen super und wir sind dankbar für die Unterstützung durch die Mentorinnen. Wenn die Auszubildenden einen festen Ansprechpartner für außerbetriebliche Probleme haben, können wir Ausbilder uns auch besser auf die eigentliche Ausbildung unserer Jungs konzentrieren.“

Bei WEICHENSTELLUNG für Ausbildung und Beruf profitieren nicht nur die zugewanderten Azubis, sondern auch alle anderen Beteiligten: Die Studenten können schon während des Studiums wichtige Praxiserfahrungen sammeln. Die Schulen und Betriebe werden im persönlichen und überfachlichen Bereich unterstützt und erkennen durch die Abstimmung mit den Studenten mögliche Probleme frühzeitig.

 

Mehr Infos unter: https://www.weichenstellung-nuernberg.fau.de/

Kontakte:  Herr Kirchhöfer florian.kirchhoefer@fau.de und Frau Hoyer birgit.hoyer@fau.de

 

 

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